Konzeption und Einführung eines neuen Prozess-Standards auf Basis des Scaled Agile Frameworks

Ausgangssituation

Der Kunde ist ein Konzern, der sich auf IT-Lösungen (Software) im Gesundheitswesen spezialisiert hat und auf eine mehr als 25-jährige Geschichte zurückblicken kann. Der Konzern verfolgte in den letzten Jahren eine anorganische Wachstumsstrategie: Durch die Übernahme spezialisierter Mitbewerber konnten schnell wichtige Geschäftsfelder international besetzt werden. In 2012 arbeiteten mehr als 3500 Mitarbeitern für den Konzern.

Durch die anorganische Wachstumsstrategie ist die Vorgehensweise an den einzelnen Standorten unterschiedlich und teilweise fokussieren die einzelnen Tochtergesellschaften zu sehr auf lokale Gegebenheiten und auf lokal ausgerichtete Entwicklungsansätze. Durch diese lokale Optimierung kommt es zu Reibungsverlusten, u.a. Doppelentwicklung und Planungsdefizite auf Grund nicht optimal abgestimmter Prozesse, Kommunikation und Tooling. Die heterogene Herangehensweise führt u.a. dazu, dass übergreifende Management-Informationen nur schwer erhoben und aggregiert werden können. Dies wiederum erschwert den Abgleich zwischen Langfristplanung mit den Informationen aus den unterschiedlichen Einheiten. Diese Problemstellung wurde erkannt und eine Initiative zur Harmonisierung der Organisationsformen und der Vorgehensweise initiiert.

Im Rahmen dieser Initiative werden Standards für Vorgehensmodelle in der Produktentwicklung definiert, um die Wettbewerbsfähigkeit durch Einsatz von agilen Vorgehensweisen zu verbessern. Neben Scrum, Kanban und einem sequentiellen Phasenmodell ist vor allem für die Produktentwicklung mit mehreren agil arbeitenden Teams das Scaled Agile Framework der vierte definierte Standard für den Kunden.

Die KEGON-Lösung

In dem Projekt wurden folgende Ziele erreicht.
– Aufbau und Dokumentation eines Vorgehensmodells auf Basis des SAFe für Portfolio- und Relasemanagement
– Aufbau und Dokumentation eines Reifegradmodells für dieses Vorgehensmodells
– Knowhow-Aufbau für das Agile Center Team
– Exemplarische Einführung des Portfolio- und Release-Managements in einem Agile Release Train

Lösungs-Komponenten:
1. Entwickeln des Vorgehensmodells für Portfolio- und Release Management auf der Basis praktischer Erfahrungen
a. Erhebung und Bewertung und Vorschlag zur Verbesserung des existierenden Prozesses mit den Werkzeugen der Wertstromanalyse:
Darstellen des Wertstroms auf Basis der gelebten Praxis, mit Kennzeichnung von wertschöpfenden und nicht wertschöpfenden Tätigkeiten.
Darstellung von Möglichkeiten für die Reduzierung von nicht wertschöpfenden Tätigkeiten auf Basis der KEGON-Erfahrungen.

b. Portfoliomanagement: Einführung von anerkannten Praktiken für den Analyseprozess in einem Portfoliomanagement
– Aufstellen von Investmenthemen/Budgets
– Kanban als Prozess-Rahmen
– Praktiken des Lean StartUp
– Artefakt-Definition für Epics und Features
– Definition von Schnittstellen und Handling von Architektur-Themen
Erlernen und Anwenden von Techniken zu Bewertung und Priorisierung von EPICs mit WSJF.

c. Release-Management: Etablierung des Releaseplanning als Standardvorgehen mit einem kontrollierten Dependancy-Management (unter Einbeziehung der Erfahrungen des Teams aus Österreich).

2. Entwickeln des Reifegradmodells
Um den Erfolg einer Unit auf ihrem Weg zum erfolgreichen Einsatz des CGM-Vorgehensmodells messen zu können, werden Reifegrade und Kennzahlen konzipiert und implementiert. Methodische Basis dafür ist als Startpunkt das Kennzahlenportfolio nach Ken Schwaber, das aber zu einem für den Kunden geeigneten Kennzahlensystem (Goal-Question-Metric) weiterentwickelt wird.

3. Abbilden des Vorgehensmodells in die Werkzeug-Umgebung
Auf Basis der heutigen Erkenntnisse können hier keine Aufwände geschätzt werden.

4. Anpassen des SAFe Vorgehensmodell-Wiki zu einem Vorgehensmodell-Wiki.