Agile Praktiken fordern von Teams und Mitarbeitern selbstorganisiertes Arbeiten. Viele Vorgesetze fordern diese Selbständigkeit zwar auch von ihren Mitarbeitern, im Gegenzug wollen sie aber bei Entscheidungen gefragt werden und ständiges Feedback erhalten.

Wie soll in diesem Umfeld mit ständiger Kontrolle selbständiges Arbeiten möglich sein?

Eine Möglichkeit, die nötigen Freiräume für die Mitarbeiter zu schaffen, bietet der Ansatz von Management 3.0 „Empower Teams“. Die Rolle des Vorgesetzten ändert sich hierbei von einer Kontrollinstitution hin zu einem Gärtner für seine Mitarbeiter. Dabei soll der Vorgesetzte seine Mitarbeiter nicht mehr ständig kontrollieren, sondern vielmehr dafür sorgetragen, dass seine Mitarbeiter sich entwickeln und sich im gegebenen Rahmen entfalten können. So haben die Mitarbeiter die Möglichkeit selbständig zu arbeiten, während der Gärtner dazu beiträgt, das System in die Richtung wertvoller Ergebnisse zu steuern.

Und wer entscheidet dann was passiert?

Ein Schlagwort hierfür ist die Delegation. Viele kennen dies bereits durch die tägliche Delegation von Aufgaben an Einzelne. Doch um selbständiges Arbeiten zu ermöglichen, ist mehr als nur die Delegation von Aufgaben notwendig. Das Aufbauen von verteilter Kontrolle durch das Delegieren von Macht ist hierbei entscheidend.
Die Sichtbarkeit der einzelnen Verantwortlichkeiten muss hierfür erkennbar gemacht werden. Eine bekannte Möglichkeit hierfür ist die RACI – Matrix. Die vier Stufen Responsible, Accountable, Consulted und Informed stellen dar, welche Rollen für welche Aktivitäten verantwortlich sind.

Eine Weiterentwicklung dieser Ansätze bietet das Delegation Board von Management 3.0. Hierbei kommen sieben Stufen zum Einsatz, die formulieren, welche unterschiedlichen Stufen es in der Entscheidungskompetenz gibt.

  • Stufe 1 ist die Kommunikation der Entscheidung, welche weiterhin bei der oberen Ebene liegt.
  • In Stufe 2 ist die obere Ebene weiterhin Entscheider, muss ihre Entscheidung jedoch seinen Mitarbeitern verkaufen und sie davon überzeugen.
  • Stufe 3 fordert vom Entscheider, dass vor der Entscheidung Input vom Team geliefert wird.
  • In Stufe 4 wird die Entscheidungsgewalt bereits auf Team und Chef gemeinsam aufgeteilt.
  • Anschließend dreht sich die Reihenfolge um und in Stufe 5 entscheidet das Team, wird jedoch vorher von oberer Ebene beeinflusst.
  • Stufe 6 fordert vom Team, welches die Entscheidung trifft, ein Feedback an die obere Ebene.
  • Die letzte und 7 Stufe übergibt komplette Entscheidungsgewalt an das Team ohne weiteres Feedback nach oben.

Die Methode des Delegation Board zeigt, wie sich Führung von Teams und Mitarbeitern in Zukunft weiterentwickeln kann. Es zeigt aber auch, dass Manager in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen werden, wenn auch mit einem neuen Aufgabenfeld.

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